Ablauf
Über den Zeitzeugen Andrej Iwanowitsch Moiseenko
Andrej Iwanowitsch Moiseenko kam in der jungen Sowjetunion zur Welt. Das Leben in der Dorfkolchose war für ihn entbehrungsreich. Früh verlor er seine Mutter. Sein Vater fiel 1941 im ersten Kriegsjahr nach dem deutschen Überfall. Bald darauf besetzte die Wehrmacht die Ukraine.
Auf der Suche nach Nahrung für seine sieben Geschwister wurde er von deutschen Soldaten aufgegriffen und als Zwangsarbeiter in das Deutsche Reich verschleppt.
Er kam daraufhin nach Leipzig und musste dort für die Firma HASAG arbeiten. Im Februar 1944 wurde ihm vorgeworfen, einer Widerstandsgruppe anzuge-hören. Die Gestapo steckte ihn zunächst in das Leipziger „Ausländergefängnis” Riebeckstraße und später in das KZ Buchenwald. Unter lebensfeindlichen Bedingungen leistete er dort bis zum Herbst 1944 Schwerstarbeit im Steinbruch. Anschließend kam er in das Außenlager Wansleben – bis zur Befreiung am 14. April 1945 durch die amerikanische Armee.
Im Juli 1945 wurde Andrej Iwanowitsch Moiseenko als Soldat in die Rote Armee eingezogen und leistete seinen Militärdienst in Babrujsk (Belarus) und Minsk ab.
Neben der Arbeit in einem Baukombinat und einem Konstruktionsbüro holte er seine Schulbildung nach und studierte. Heute ist Andrej Iwanowitsch Moiseenko in der Geschichtswerkstatt Minsk und im Club der Liebhaber der deutschen Sprache aktiv. Zu den Jahrestagen der Befreiung besucht er die Gedenkstätte Buchenwald.
Am 1. Mai feiert Andrej Iwanowitsch Moiseenko seinen 100. Geburtstag im Deutschen Nationaltheater in Weimar.
Begleitprogramm zur Ausstellung “Buchenwald – Im Dickicht vom Ettersberg”
Zwischen 2017 und 2024 durchstreifte der in Leipzig lebende Fotograf Christian Rothe (*1986 in Gera) mit seiner analogen Großbildkamera das riesige Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Sein Blick richtete sich besonders auf das angrenzende Dickicht vom Ettersberg, das seit Jahrzehnten vom Wald überwuchert wird. Ruinen, kaum noch erkennbare Fundamente, Treppen, Zäune, Wege bilden sich wie topografische Narben und Zeichen im undurchdringlichen Dickicht ab.
Was ursprünglich tastend begann, wurde für Christian Rothe zu einer intensiven Spurensuche und Bestandsaufnahme der von der Natur überlagerten Zeitgeschichte.
Nach Ausstellungen in Erfurt (Erfurter Kunstverein in der Kunsthalle Erfurt, 2023) und Berlin (Galerie Mond, 2025), ist diese Serie nun in der Heimatstadt des Fotografen zu sehen.
Ausstellung: 28. März bis 2. Mai 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch, 12.00 Uhr
Ort: Mieze Südlich, Burgstraße 12, 07545 Gera
Förderung
Eine Veranstaltung der Mieze Südlich und der Gedenkstätte Amthordurchgang mit freundlicher Unterstützung durch die Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.