Häufige Fragen zur Gedenkstätte Amthordurchgang

Die Gedenkstätte Amthordurchgang ist eine Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus der ehemaligen politischen Haftanstalt in Gera. Das Gebäude diente von 1933 bis 1945 und von 1945 bis 1989 als Gefängnis für überwiegend politische Häftlinge — zuletzt als Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit. Der Trägerverein Gedenkstätte Amthordurchgang e. V. dokumentiert politische Verfolgung und Widerstand unter beiden deutschen Diktaturen und versteht den Ort als Raum des Gedenkens, Besinnens und der Begegnung.

Die Gedenkstätte liegt zentral in Gera: Amthordurchgang 9, 07545 Gera, im Torhaus der früheren Haftanstalt neben dem historischen Landgericht. Sie ist zu Fuß aus der Geraer Innenstadt erreichbar.

Die Gedenkstätte ist dienstags, donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Sondertermine — etwa für Gruppen, Schulklassen oder Führungen außerhalb der Öffnungszeiten — sind nach Vereinbarung möglich.

Der Eintritt ist frei. Die Gedenkstätte wird mit Mitteln der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag und des Freistaats Thüringen gefördert.

Ja. Die klassische Führung zeigt auf drei Ausstellungsebenen die Geschichte des Hauses von 1876 bis 1999 — mit Schwerpunkt auf der DDR-Zeit und den Wirkungsmechanismen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Thematische Schwerpunkte wie Jugendkultur in der DDR, Opposition in Gera oder Überwachungsmethoden des MfS können individuell vereinbart werden. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden, in Kombination mit einem Filmvortrag bis zu 3 Stunden. Anmeldung telefonisch unter +49 365 5527630 oder per E-Mail an info@torhaus-gera.de.

Die Gedenkstätte bietet Führungen, Filmvorträge mit Führung, Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, lebensgeschichtliche Oral-History-Interviews, das Projekt „Menschenrechte kennenlernen”, das Format „Gesichter der Wismut” sowie thematische Wanderungen und Radtouren an. Besonders Schülerinnen, Schüler, Auszubildende und Lehrkräfte werden mit Sonderführungen und Unterstützung bei Projektarbeiten begleitet.

Das Gefängnis wurde mit dem Landgericht Gera zwischen 1874 und 1879 errichtet und 1876 erstmals in der Stadtchronik erwähnt. In fünf politischen Systemen diente das Haus als Gefängnis und Untersuchungshaftanstalt: im Fürstentum Reuß jüngere Linie, in der Weimarer Republik, unter der NS-Diktatur, unter sowjetischer Besatzung und in der DDR. Nach 1989 nutzte der Freistaat Thüringen das Gebäude noch bis 1999 als Untersuchungshaftanstalt.

Nach 1933 inhaftierte und verhörte die NS-Justiz hier politische Gegner — Gewerkschafter, Mitglieder von SPD und KPD sowie weitere Verfolgte; viele wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt. Ab 1945 nutzten sowjetische Militärpolizei und der Geheimdienst NKWD das Gefängnis. Von 1952 bis 1989 war es die Untersuchungshaftanstalt der Stasi-Bezirksverwaltung Gera: Über 2.800 Menschen wurden hier allein aus politischen Gründen inhaftiert — darunter Mitglieder des Eisenberger Kreises und der Jenaer Junge-Gemeinde-Aktive Matthias Domaschk, der 1981 in der Haftanstalt ums Leben kam.

Als 1999 der Abriss der Haftanstalt bekannt wurde, kämpfte der 1997 gegründete Verein für den Erhalt des authentischen Ortes. Der Abriss des Zellentrakts konnte trotz massiver Proteste nicht verhindert werden — durch eine Besetzung wurde jedoch das Torhaus, der ehemalige Eingangsbereich, gerettet. Mit Förderung des Bundes und des Freistaats Thüringen entstand dort die heutige Gedenk- und Begegnungsstätte.

Auf drei Ausstellungsebenen dokumentiert die Gedenkstätte die Geschichte der Haftanstalt und die Schicksale ihrer Gefangenen. Bewegliche und unbewegliche Teile aus dem abgerissenen Zellentrakt wurden gesichert und mit künstlerischen Mitteln in das Torhaus integriert — nach einer Konzeption des Vereins gemeinsam mit dem Geraer Maler und Grafikdesigner Sven Schmidt. Ein Rundgang ist auch online auf dieser Website dokumentiert.

Ja. Im „Archiv der Erinnerung” dokumentiert die Gedenkstätte lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen politischen Häftlingen — von Verhaftungen der 1950er-Jahre bis 1989. Die Interviews sind auf dieser Website zugänglich und werden durch das laufende Oral-History-Projekt fortlaufend erweitert. Zeitzeugengespräche können auch als Bildungsformat für Gruppen vereinbart werden.

Ja, die Gedenkstätte zeigt regelmäßig Sonderausstellungen und veranstaltet mit Partnern Lesungen, Vorträge, Filmabende und Diskussionsrunden. Aktuelle Termine, die laufende Ausstellung und das Veranstaltungsarchiv seit 2017 finden Sie unter „Veranstaltungen”. Der Newsletter informiert über neue Termine.

Mitglied im Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e. V. kann jede natürliche und juristische Person werden; der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, von der Körperschaftssteuer befreit und stellt Spendenbescheinigungen aus. Antragsformular und Vereinssatzung stehen auf der Vereinsseite zum Download bereit.

Die Website erfüllt die Anforderungen der WCAG 2.2 AA und bietet ein Barrierefreiheits-Widget mit Kontrastmodi, Schriftanpassung, Legasthenie-Schrift, Vorlesehilfen und vollständiger Tastaturbedienung. Details enthält die Barrierefreiheitserklärung. Für Fragen zur Zugänglichkeit des Gebäudes vor Ort kontaktieren Sie uns bitte vorab telefonisch oder per E-Mail.

Telefonisch unter +49 365 5527630, per E-Mail an info@torhaus-gera.de oder über das Kontaktformular. Für Gruppenführungen, Zeitzeugengespräche und Sondertermine empfiehlt sich eine Anfrage mit Vorlauf.