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Ausstellung „Wochenkinder der DDR“ und „Unerhört – künstlerische Perspektiven von ehemaligen Wochenkindern“ // 07.10.26, 17 Uhr

Geschichte(n) und Stimmen der Wochenkinder der DDR

Zwei Ausstellungen über ein ambivalentes, bislang wenig beachtetes Kapitel der DDR-Geschichte: Die Gedenkstätte Amthordurchgang zeigt zusammen mit dem „Wochenkinder“ e.V. vom 7. Oktober bis 28. November 2026 die Ausstellungen „Wochenkinder der DDR“ und „Unerhört – künstlerische Perspektiven von ehemaligen Wochenkindern“. Die Ausstellung wird dienstags bis donnerstags und samstags jeweils von 14-18 Uhr in der Amthorpassage Gera zu sehen sein.

Wann: 7.10.-28.11.2026

Wo: Amthorpassage Gera, Sorge 9, 07545 Gera

Die Ausstellung „Wochenkinder der DDR“ wird in Gera erstmalig gezeigt und ist als Wanderausstellung angelegt. „Unerhört“ wurde entwickelt von Künstler:innen vom Wochenkinder e.V.  Sie hat in Gera ihre zweite Station.

„Heute beschäftigt mich diese Thematik sehr. Es war ein langer Prozess zu begreifen, warum ich bei bestimmten Dingen, wie Nähe zulassen, Körperkontakt und sich auf Andere [sic!] verlassen meine Probleme habe. Ich denke, ich hatte ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, wenn auch kein Inniges. Körperliche Nähe habe ich oft eher als unangenehm empfunden. Trotzdem fühle ich mich, vor allem meiner Mutter gegenüber, verbunden. Trotz dieser Erfahrung habe ich jetzt stabile Bindungen zu meinem Mann, meiner Tochter und auch zu Freunden.“ (Aussage eines ehem. Wochenkindes, Gera 2026)

Die Ausstellungen widmen sich einem besonderen und lange wenig beachteten Kapitel der DDR-Geschichte. Wochenkrippen waren in der DDR allgegenwärtig, so auch in Gera. Damit Mütter arbeiten konnten, wurden viele Kleinkinder im Alter von 0 bis 3 Jahren die Woche über in diesen Einrichtungen betreut, manchmal auch am Wochenende. „Unerhört“ ergänzt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema durch künstlerische Selbstzeugnisse von ehemaligen Wochenkindern in der DDR. Was bedeutete dieses Aufwachsen für die Kinder und ihre Familien? Welche Erfahrungen, Erinnerungen und Spuren haben die ehemaligen Wochenkinder bis heute geprägt?

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Lebenswirklichkeit dieser Kinder, Familien und Erzieherinnen und lädt dazu ein, persönliche Erinnerungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema miteinander zu verbinden.

Zum Ausstellungsvorhaben wurde ein vielfältiges Rahmenprogramm mit fünf Angeboten entwickelt. Im Oktober sind zu sehen:

  • 7. Oktober 2026, 17 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Podium
  • 28. Oktober 2026, 18 Uhr: Vortrag mit Dokumentation „Wochenkinder in der DDR“, Dissertation von Heike Liebsch und Beitrag „Wenn die Eltern Fremde sind“
  • 15.11.2026, 18 Uhr: Autobiografisches Theaterstück “Winterkind” von Lykke Langer
  • 18.11.2026, 18 Uhr: Lesung “Simone” von Anja Reich

Das Projekt wurde gefördert und unterstützt durch: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.