Liebe Freund:innen und Förder:innen der Gedenkstätte Amthordurchgang,
wir freuen uns, Ihnen unseren ersten Newsletter zu präsentieren. Wir werden zukünftig regelmäßig einen Ausblick über kommende Veranstaltungen, wichtige Belange der Gedenkstätte und weitere interessante Themen geben.
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Auch in der Gedenkstätte wird es im Juli ruhiger. Die Ferienzeit in Thüringen beginnt und wir starten in die Urlaubssaison. Daher sind wir in den kommenden Wochen telefonisch nicht immer durchgehend erreichbar und empfehlen E-Mails zu nutzen. Wir bearbeiten Ihre Anfragen so zeitnah wie möglich, bitten Sie herzlich um etwas Geduld und bedanken uns für Ihr Verständnis. Nichtsdestotrotz haben wir weiterhin gewohnt dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14-18 Uhr die Gedenkstätte für Besucher geöffnet.
1. Aktuelles
Ein erfolgreiches erstes Halbjahr
Unsere Highlight der ersten Jahreshälfte 2026
Die ersten sechs Monate nun vorbei. Wir blicken zurück auf zahlreiche Veranstaltungen und Projekte. Hier eine Zusammenfassung unserer Highlights:
Dieses Jahr hatten wir bereits 10 Veranstaltungen im ersten Halbjahr in 2025. Besonders im Gedächtnis geblieben sind:
- Die Performance „Ich bin mir selber fremd geworden“ im Januar im Comma Gera, die mit opernartigem Gesang und einer eindrucksvollen Inszenierung den Alltag und die Zersetzung politische Haft am Beispiel des Frauengefängnisses Hoheneck darstellte. Wir sind sehr dankbar, dank der zahlreichen Förderungen (siehe Webseite) diese neue Form der Vermittlung nach Gera gebracht zu haben.
- Der Film „Der schwarze Kasten“ konnte im Rahmen des ersten bundesweiten Tages für Demokratiegeschichte am 18. März gezeigt werden. Das Projekt unter der Schirmherrschaft vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier wurde sehr gut angenommen, sodass der Kinosaal ausverkauft war.
- Im März gab es das Live-Hörspiel „1984“ mit Baldur Haase zu erleben, bei welchem live gelesen, gespielt und Musik sowie Einspieler eingebaut wurden. Herr Haase wurde selbst 1959 wegen des Lesens des Buches „1984“ von George Orwell verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt, welche er teils im Gefängnis im Amthordurchgang absaß. Das Stück wurde eigens für Gera um Interview-Ausschnitte von Hr. Haase ergänzt.
- Ganz besonders stolz sind wir auf die Wanderausstellung „Gesichter der Wismut“, welche dieses Jahr schon im Schloss Posterstein war und von 5207 Besucher:innen gesehen wurde.
- Wir hatten bereits 27 Führungen, Workshops und Bildungsangebote, das sind durchschnittlich 4,5 pro Monat
- Wir haben aktuell sechs engagierte Mitarbeiter und 69 Vereinsmitglieder und freuen uns bald, die erste Praktikantin des Jahres begrüßen zu dürfen.
- Außerdem hatten wir insgesamt bereits vier Bundesfreiwillige, von denen eine Person vorzeitig eine Anstellung finden und eine andere Person von uns für ein Projekt angestellt werden konnte.
- Wir haben aktuell zwei bewilligte Projekte für dieses Jahr und arbeiten an drei weiteren Förderanträgen für 2027.
Nur noch bis Ende August
„Das waren die 80er. Utopie, Opposition & Repression“
bis zum 31. August, Gedenkstätte Amthordurchgang

Noch bis zum 31. August kann die Sonderausstellung „Das waren die 80er. Utopie, Opposition & Repression“ im Rahmen der Öffnungszeiten bei uns im Haus der Gedenkstätte besucht werden.
Wir sind besonders stolz auf diese eigens erstellte Ausstellung und danken unseren Förderer:innen: der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; der Stadt Gera; der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie der Sparkasse Gera-Greiz.
Weitere Informationen gibt es auf unserer Webseite: https://torhaus-gera.de/80er
2. Kommendes
Ausführliche Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie unter www.torhaus-gera.de sowie Instagram: @gedenkstaette_amthordurchgang und Facebook: @torhaus.gera
Museumsnacht
22. August, 15 – 23 Uhr, Gedenkstätte Amthordurchgang
Zur Gerar Museumsnacht haben wir von 15 – 23 Uhr geöffnet und sowohl die Dauerausstellung als auch die Sonderausstellung können kostenlos besucht werden.
Zudem gibt es folgendes Programm:
- 15:30 Uhr Führung
- 17:15 Uhr Film „Flüstern und Schreien“
- 19:30 Uhr Lesung mit Podium zum Thema Punk: „Subversion & Subkultur: Was wollte (DDR-) Punk und was kann Punk heute?“
- 21:30 Uhr Livekonzert einer Punkband aus Ostdeutschland
- Durchgehend: Verpflegung, Gespräche mit Zeitzeugen, Mitarbeitern und Vereinsmitgliedern
Weitere Infos zum Abend in der Gedenkstätte finden Sie unter: www.torhaus-gera.de.
Das komplette Programm der Stadt Gera gibt es unter: www.gera.de/museumsnacht.
Dokfilmwochen
27. August & 15. September, jeweils 18 Uhr, METROPOL Kino Gera
Im Rahmen der DokfilmWochen des METROPOL Kino Gera zeigen wir diezwei Filme „Jeder schweigt von etwas anderem“ und „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“.
Weitere Infos folgen auf unserer Webseite in Kürze.
Wir danken der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie dem METROPOL Kino für die Unterstützung.
3. Gedenkstätte
Wochenkrippen in Gera

Wochenkrippen waren in der DDR allgegenwärtig. Damit junge Mütter zeitnah nach der Geburt wieder arbeiten gehen konnten, um die Wirtschaftsleistung anzukurbeln oder aber auch wegen der Weiterbildung der Mütter, wurden Kinder im Alter von null bis drei Jahren von montags bis freitags in den sogenannten Wochenkrippen abgegeben. Diese Unterbringungsform erhöhte allerdings das Risiko für Entwicklungsverzögerungen, häufigere Krankheit und letztlich auch für Spätfolgen wie Depressionen oder Bindungsstörungen. Auch in der damaligen Bezirksstadt Gera gab es viele Wochenkrippen, wodurch das Thema auch hier von Relevanz ist.
Eine umfangreiche Ausstellung mit unterschiedlichen Blickwinkeln wird ab dem 7.Oktober 2026 in der Amthorpassage zu sehen sein wird. Dafür erarbeitet die Gedenkstätte Amthordurchgang aktuell Inhalte in Kooperation mit der Wissenschaftlerin Heike Liebsch. Außerdem steuern zahlreichen Künstler:innen, welche selbst ehemalige Wochenkrippenkinder sind, vielfältige Kunstwerke als Selbstaussagen bei.
Gerahmt wird die Ausstellung durch verschiedene Veranstaltungen:
- 15. 09.2026, 18 Uhr: Filmabend & Gespräch „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“
- 28.10.2026, 18 Uhr: Vortrag mit Dokumentation Heike Liebsch: „Wochenkinder in der DDR“
- 15.11.2026, 18 Uhr: Autobiografisches Theaterstück mit Lykke “Winterkind” von Lykke Langer
- 18.11.2026, 18 Uhr: Lesung von Anja Reich aus ihrem Buch “Simone”
Die Gedenkstätte selbst erstellt zudem eine Publikation zum Thema Geraer Wochenkrippen, welche im Herbst erscheinen soll.
Gefördert werden die (Wander-)Ausstellung, der Druck der Publikation sowie das Rahmenprogramm seit März 2026 durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, durch den Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen.
Künstlerische Auseinandersetzung mit Wismut-Erbe & Ost-West-Austausch

Im Projekt „Was vom Yellow Cake übrig blieb – Eine gesamtdeutsche Perspektive auf das nukleare Erbe“ widmen sich Schüler der Klassen 10 bis 12 der Alltagsgeschichte des Uranabbaus und beleuchten künstlerisch Fragen wie: Was strahlt meine Region heute aus? Und welche Altlasten trägt sie mit sich herum?
Das dreijährige Projekt startet dieses Jahr mit einer 10. Klasse des Zabel-Gymnasiums Gera. In 2026 sind noch Workshops zum Thema Energiewissen und einer Betrachtung dessen, was im Kontext von Arbeit und Gesellschaft als Energie verstanden wird sowie zum Thema Propaganda, Fakenews und Falschinformationen geplant.
Außerdem gibt’s zwei weitere Vorführungen des Theaterstücks „Die Wismut und ich“ mit anschließender Reflexion am 15. und 21. November 2026 (Tickets unter: Theater Altenburg Gera: Veranstaltung), welches die Theaterfabrik Gera letztes Jahr erarbeitet hat und von der Gedenkstätte beratend unterstützt wurde.
Im Laufe der nächsten zwei Jahre nähern sich die jungen Erwachsene den gesellschaftlichen Folgen des DDR-Uranabbaus sowie unterschiedlichen Bewertungen von Wiedervereinigungs- und Transformationsprozessen in (post-)industriellen Regionen im Rahmen einer Austauschfahrt zwischen NRW und Ostthüringen und einer künstlerisch-forschenden AG. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung münden 2028 in einer Pop-Up-Kunstausstellung und einer Webdokumentation.
Das Projekt “Was vom Yellow Cake übrig blieb – Eine gesamtdeutsche Perspektive auf das nukleare kulturelle Erbe” wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Bundesprogramm „Jugend erinnert“ in Unterstützung mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Weitere Infos unter:
Webseite: torhaus-gera.de/projekte/yellowcake
Instagram: @yellowcake.transformation
4. Sonstiges
Bücher kostenfrei abzugeben

Unsere geschätzte Bundesfreiwillige Manuela Bettche überarbeitet fleißig unsere hauseigene Bibliothek. Dabei sind viele doppelte Bücher aufgetaucht, welche gern kostenfrei in der Gedenkstätte mitgenommen werden können. Darüber hinaus stehen immer eigene Publikationen sowie Fachliteratur kostenlos zur Verfügung.
Spenden willkommen
Wir freuen uns jederzeit über Barspenden in der Gedenkstätte sowie zu unseren Veranstaltungen oder eine Überweisung an:
Gedenkstätte Amthordurchgang
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Sollten Sie eine Quittung benötigen, hinterlassen Sie bitte Ihnen vollständigen Namen sowie Ihre Adresse.
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Amthordurchgang 9
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