Kommende Veranstaltungen

Am 31. August 2018 findet die 20. Museumsnacht in Gera statt.

Sonderausstellung „Sanfte Töne, starke Worte - Kritische Liedermacher in der DDR“

eine Wanderausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. Werdau zu Gast vom 03.07.2018 bis 01.09.2018 in der Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus der politischen Haftanstalt.

„Wer Lieder singt, steckt auch die Herberg‘ in Brand“, heißt es in dem Song „Musikanten sind in der Stadt“ des westdeutschen Liedermachers Reinhard Mey, der auch in der DDR sehr bekannt und beliebt war. Er beschreibt damit ein Phänomen, das sich aus der Antike über Hans Sachs und François Villon bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart durchzieht. Liedermacher werden unter Despoten und in Diktaturen oft als Gefahr für die jeweilige Herrschaftsstruktur betrachtet, verdächtigt, verfolgt und ihrer Freiheit beraubt. Die mittelalterlichen Spielleute – rechtlos und vogelfrei – waren oftmals Instrumentalisten, Gaukler, Spaßmacher und Sänger in einer Person. Sie waren Nachrichtenüberbringer und bisweilen gefürchtete Kritiker des Adels, der Kirche und des Bürgertums.

Auch in der DDR werden einige Liedermacher als Gefahr für das Staatssystem betrachtet. Aufgrund der starken Bedeutung des Textes zu ihrer Musik und des damit verbundenen Standpunktes gehören einige von ihnen zu den bekanntesten Oppositionellen in der DDR. In ihren Liedern greifen sie gesellschaftskritische Themen auf. Politische, umweltspezifische und soziale Inhalte werden thematisiert, in der Regel untermalt durch die eigene Erfahrungswelt im beruflichen und privaten Alltag. Die meisten Liedermacher bringen in ihren Liedern den Wunsch nach einer besseren und veränderbaren DDR zum Ausdruck.

Die Ausstellung „Sanfte Töne, starke Wort – Kritische Liedermacher in der DDR“ gibt Einblicke in das Leben und Wirken einzelner DDR-Liedermacher anhand von Fotos, Dokumenten, Informationstexten, Liedtext- und Hörbeispielen. Dabei werden die musikalischen Balanceakte zwischen vorauseilender Anpassung und Widerstand sowie die Repressionen des SED-Staates gegen kritische Geister bis hin zur Zwangsausbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland aufgezeigt.

Musikalisches Begleitprogramm zur Museumsnacht: René Voigt

Außerdem: Besichtigung der Gedenkstätte und der Dauerausstellung

 

 

Rückblick

Am 31. Mai 2018 fand die Lesung "Keinland" mit Jana Hensel statt.

»Keinland« ist ein Liebesroman, aber auch ein Roman über Schuld, Erinnerung, Herkunft und
Grenzen.
Jana Hensel erzählt von Nadja und Martin, sie erzählt eine Liebesgeschichte, eine große
und sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte zwischen erwachsenen Menschen – intensiv und mit
großer sprachlicher Kraft.
Eigentlich hatte Nadja nur ein Interview mit Martin Stern führen wollen, der in Frankfurt
am Main aufgewachsen ist und jetzt seit längerem in Tel Aviv wohnt, aber von der ersten
Sekunde an ist da eine schwer erklärbare Nähe – und eine Fremdheit, die sich auch dann
nicht auflöst, als die beiden sich näherkommen. Woher rührt diese Nähe? Und warum ist
die Fremdheit nur so schwer zu überwinden?
In kunstvollen Zeitsprüngen und Erinnerungen an Tage und Nächte in den Städten
gegenseitiger Besuche, an tiefe Innigkeit und immer wieder schwierige Gespräche lotet die
Autorin aus, was zwischen zwei Liebenden möglich ist. Dabei umkreist sie unsere Auffassungen
von Herkunft, Heimat und Schicksal und fragt mit unabweisbarer Eindringlichkeit
danach, wie weit die Vergangenheit, individuelle wie auch die eines größeren Eingebundenseins,
ein Leben bestimmt.


Die Autorin
Jana Hensel, geb. 1976 in Leipzig, Studium der Romanistik und der Neueren Deutschen
Literatur in Leipzig, Aix-en-Provence, Berlin und Paris. Als Studentin gab sie die Literaturzeitschrift
Edit und gemeinsam mit Thomas Hettche die Internetanthologie »Null« heraus.
Ihr Buch »Zonenkinder« über die Erfahrungen ihrer Generation vor und nach dem Mauerfall
war ein Bestseller. Seither arbeitet sie als Journalistin, u. a. als stellvertretende Chefredakteurin
des Freitag. 2010 gewann sie den Theodor-Wolff-Preis. »Keinland« ist ihr literarisches Debüt.

Die Buchvorstellung ist Teil unserer Veranstaltungsreihe "WENDE: WANDEL, WUNDERTÜTE?".

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Kooperationspartner: Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Stadt- und Regionalbibliothek Gera